Fragen & Antworten rund um myEPD

  • Kann ich meine persönlichen Notfalldaten in myEPD einpflegen?

    Ja, das können Sie. Bitte nutzen Sie dafür das Formular «myEPD-Notalldaten», in das Sie umfangreiche Informationen eingeben können, und laden Sie es ausgefüllt in Ihr myEPD hoch. Beispiele von Notfalldaten sind Angehörigenkontakte, Angaben zu Ihren Behandlungspersonen oder Risikofaktoren.


  • In welchen Sprachen ist myEPD verfügbar?

    myEPD ist bisher in Deutsch verfügbar. Weitere Sprachen sind momentan nicht geplant, aber in Zukunft durchaus ein Thema.


  • Was kostet myEPD?

    myEPD ist gratis. Das wird auch so bleiben.


  • Können Kinder und Minderjährige eigenständig und ohne Eltern oder gesetzliche Vertreter ein myEPD eröffnen?

    Ja, ab 16 Jahren ist das möglich. Für Jugendliche von 12 bis 16 Jahren ebenfalls, aber es bedarf einer Bescheinigung der Urteilsfähigkeit in Bezug auf das EPD. Diese Bescheinigung wird vom Rechtsdienst des Universitätsspitals Basel in Zusammenarbeit mit den Behandelnden ausgestellt.


  • Können urteilsunfähige Patienten ein myEPD eröffnen?

    Ja, der gesetzliche Vertreter kann ein myEPD für den urteilsunfähigen Patienten eröffnen lassen. Er muss sich via myEPD-Hotline beim Trägerverein melden und seine gesetzliche Vertretung in üblicher Weise belegen.


  • Wer kann kein myEPD eröffnen?

    Die folgenden Kriterien führen zum Ausschluss:

    • nicht in der angeschlossenen Gesundheitseinrichtung in Behandlung
    • keine AHV-Nummer
    • keine gültigen Ausweispapiere (für Personen ohne Schweizer Bürgerrecht ist das Mitbringen einer Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung Voraussetzung)
    • kein Wohnsitz in der Schweiz
    • keine Krankenversicherungskarte

  • Was ist die rechtliche Grundlage von myEPD?

    Die rechtliche Grundlage für myEPD ist das Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier (EPDG).
    Der Link zum Gesetz:

    816.1 Bundesgesetz vom 19. Juni 2015 über das elektronische Patientendossier (EPDG)


  • Können myEPD-Inhaber Stellvertreter für den Zugriff auf myEPD ernennen?

    Es ist zurzeit noch nicht möglich, myEPD von bevollmächtigten Stellvertretern führen zu lassen (beispielsweise von der Tochter für die betagte Mutter). Gesetzliche Vertreter urteilsunfähiger Patientinnen und Patienten, für die der myEPD-Zugang wichtig ist, können sich aber gerne beim Trägerverein über die myEPD-Hotline melden.


  • Was ist eine Patienten-Identifikationsnummer?

    Jede Person, die myEPD eröffnet, erhält eine persönliche Patienten-Identifikationsnummer. Diese Nummer wird vom Bund neu geschaffen und Ihnen bei der myEPD-Eröffnung zugeteilt. So können keine Verwechslungen bei der medizinischen Behandlung passieren. Diese Nummer sorgt auch dafür, dass schweizweit nur ein Dossier pro Patientin und Patient eröffnet werden kann.


  • Haben Krankenversicherer Zugriff auf myEPD?

    Nein, ausser Ihnen und den von Ihnen ermächtigten Gesundheitsfachpersonen wie Ihren Stellvertretern hat niemand Zugriff auf Ihr myEPD – auch keine Lebensversicherer, Arbeitgeber, Zusatzversicherer oder AHV/IV-Stellen. Kurz gesagt: Nur zugelassene Gesundheitsfachpersonen benutzen – ausschliesslich im Behandlungsfall – den Zugang zu Ihrem myEPD.


  • Müssen ab 2020 nur Spitäler myEPD anbieten?

    Im Jahr 2020 sind die Schweizer Spitäler am Zug. Zwei Jahre später, 2022, wird myEPD dann auch in allen Geburtshäusern und Pflegeheimen der Schweiz obligatorisch.


  • Ist meine komplette Krankengeschichte in myEPD abgelegt?

    Nein, in myEPD befinden sich jene Dokumente, welche die Gesundheitsfachpersonen als behandlungsrelevant einstufen. Behandlungsrelevant heisst «für die weitere Behandlung bei anderen Gesundheitseinrichtungen in medizinischer Hinsicht notwendig». In den Krankengeschichten bei den einzelnen Gesundheitseinrichtungen liegen dagegen auch Verlaufs- und andere Dokumente, die für die Weiterbehandlung nicht notwendig sind. myEPD unterstützt die «Behandlungskette», das heisst die Verfügbarkeit von Dokumenten, die für alle weiteren Beteiligten – oft bis zur Spitex – unabdingbar sind. Ein gutes Beispiel ist die Medikamentenübersicht.


  • Ich habe kein Mobiltelefon. Kann ich myEPD trotzdem eröffnen?

    Nein, das ist leider nicht möglich.


  • Kann ich mich ohne mein Mobiltelefon einloggen?

    Grundsätzlich nicht. Falls Ihr Akku allerdings einmal leer sein sollte oder Sie Ihr Mobiltelefon aus anderen Gründen nicht bei sich haben, nutzen Sie eine sogenannte SMS-Ersatzcodeliste mit 10 Ersatzcodes; anstelle der SMS-Zahlenkombination verwenden Sie dann einen dieser Codes. Die Liste laden Sie sich nach Bedarf aus Ihrem Patientenportal herunter.


  • Was ist ein Konsent?

    «Konsent» ist ein anderes Wort für die Einwilligungserklärung, die Sie zur Eröffnung von myEPD durchlesen, ausfüllen und unterschreiben müssen. Gerade im medizinischen Umfeld ist die lateinische Bezeichnung sehr verbreitet – deshalb wird diese auch im Zusammenhang mit dem EPD manchmal verwendet. Bei myEPD sprechen wir aber immer von «Einwilligungserklärung».


  • Was muss ich zur Eröffnung von myEPD mitbringen?

    Zur Eröffnung von myEPD im Spital müssen Sie Ihre unterschriebene Einwilligungserklärung, einen gültigen Ausweis (ausländische Bürgerinnen und Bürger: bitte Niederlassungs- oder Aufenthaltsausweis mitbringen) sowie Ihre Versichertenkarte mitbringen.


  • Wann macht «mein» Spital bei myEPD mit?

    Alle Spitäler der Region Nordwestschweiz sind ab dem Jahr 2020 verpflichtet, ihren Patientinnen und Patienten myEPD anzubieten. Ab Sommer 2018 bietet das Universitätsspital Basel die Eröffnung von myEPD an, und ab Frühjahr 2019 werden kontinuierlich immer mehr Spitäler myEPD anbieten können. Wollen Sie in dieser Hinsicht auf dem Laufenden bleiben? Dann abonnieren Sie den myEPD-Newsletter.


  • Mein Besuch in myEPD wurde plötzlich beendet – was habe ich falsch gemacht?

    Sie haben gar nichts falsch gemacht. Wenn eine gewisse Zeit lang keine Eingabe von Ihnen erfolgt, wird Ihre aktive myEPD-Session aus Sicherheitsgründen geschlossen. Loggen Sie sich einfach wieder neu ein.


  • Ich möchte nicht, dass mein Spitalarzt in meinem myEPD sieht, dass ich in psychiatrischer Behandlung bin. Was kann ich tun?

    Genau für solche Fälle verfügt myEPD über Vertraulichkeitsstufen und Zugriffsrechte: Sie bestimmen, wer welche Dokumente zu welcher Zeit sehen darf. So können Sie zum Beispiel den Dokumenten, welche Ihre psychiatrische Behandlung betreffen, die Vertraulichkeitsstufe «geheim» zuteilen und Ihrem Spitalteam nur ein «normales» Zugriffsrecht. So erfährt niemand im Spital von der Existenz dieser Dokumente. Oder Sie schliessen einfach ganze Behandlungsepisoden – also etwa die psychiatrische Behandlung als solche – aus. Ausserdem können Sie jederzeit alle Dokumente in myEPD löschen. Bedenken Sie aber, dass Sie Ihren Behandelnden mit der Löschung von Dokumenten relevante Informationen entziehen könnten.


  • Ich habe Angst, dass meine Gesundheitsdaten in falsche Hände gelangen.

    Das müssen Sie nicht. Sie haben die Kontrolle über Ihr myEPD, und es gehört im Gesundheitswesen zu den sichersten Anwendungen. Wir können Ihnen ausserdem versichern, dass das elektronische Patientendossier jederzeit das Arztgeheimnis respektiert und Ihre Dokumente gemäss höchsten gesetzlichen Datenschutzbestimmungen geschützt sind.


  • Warum setzen die Kantone das Projekt EPD einzeln und nicht gemeinsam um?

    Das EPD basiert auf einer nationalen Gesetzgebung und einem präzis regulierenden Ausführungsrecht, an das sich alle Anbieter bis in das kleinste Detail halten müssen. Ausserdem prägt das Koordinationsorgan von Bund und Kantonen eHealth Suisse die strategische Ausrichtung der Umsetzung und jener Aspekte, die das Gesetz nicht regelt. Wie in fast allen Ländern mit EPDs muss der organisatorisch-technische Betrieb auch in der Schweiz in den Versorgungsregionen (z. B. Nordwestschweiz) oder Versorgungsstrukturen (z. B. Apothekenverbund) erfolgen. Nur so lassen sich die Angebote finanzieren und sicher betreiben. Ausserdem kann auf regionale und kulturelle Eigenheiten eingegangen werden. Die regionalen EPD-Stammgemeinschaften, welche nur Zusammenschlüsse der Gesundheitseinrichtungen zum Zweck des Betriebs von EPDs und eHealth-Plattformen darstellen, sind aber bestrebt, viele Rahmenbedingungen einheitlich und national regeln zu lassen.


  • Ich habe ein Blutzuckermessgerät. Kann ich meine Werte in myEPD speichern?

    Sie werden Vitaldaten mittelfristig aus mobilen und anderen Messgeräten direkt in myEPD übertragen können. Das eHealth-Koordinationsorgan von Bund und Kantonen eHealth Suisse erarbeitet derzeit die Standards dazu. In myEPD können nur definierte Formate hochgeladen werden (siehe Anleitung). Wenn Ihr Anbieter der Messgeräte und Apps/Widgets bereits heute Ergebnisse im PDF-Format erzeugen kann, können Sie diese Zusammenzüge manuell in myEPD hochladen. Schnittstellen für einen strukturierten Daten-Upload wird es aber noch eine Weile nicht geben. Wir arbeiten daran und wissen, dass dies ein wichtiges Ziel ist.


  • Wo werden die EPD-Daten gespeichert?

    Die Gesetzgebung zum EPD verlangt, dass sich die Datenspeicher in der Schweiz befinden müssen und dem Schweizer Recht unterstehen (EPDV, Art. 12, Abs. 5). myEPD erfüllt diese Vorgabe.


  • Kann ich allen neuen Dokumenten standardmässig eine bestimmte Vertraulichkeitsstufe zuordnen?

    Diese gesetzlich vorgesehene Option kommt in ein bis zwei Jahren – nach deren technischer Entwicklung. Im Moment können Sie die Vertraulichkeitsstufe bei jedem Dokument einzeln ändern.


  • Welche Vorgänge in myEPD werden dokumentiert?

    Alle Vorgänge und Eingaben in myEPD, sei es vonseiten des Patienten oder der Gesundheitsfachperson, erzeugen einen Eintrag im technischen Journal. Sobald dem myEPD neben dem Universitätsspital Basel (USB) auch weitere Gesundheitseinrichtungen angeschlossen sind, können die Protokolldaten in für Patienten lesbarer Form angefordert werden. Es wird dann ausgewiesen, welche Gesundheitsfachpersonen auf Ihr myEPD zugegriffen haben.


  • Wie lange archiviert myEPD die Daten und Dokumente?

    Die gesetzliche Frist beträgt 20 Jahre. Schon bald werden Sie auf den einzelnen Dokumenten die Begrenzung jedoch aufheben können, sodass Ihr myEPD unbeschränkt alle Daten führt – wenn Sie dies wünschen.


  • Kann ich meine Impfdaten aus www.meineimpfungen.ch in myEPD übernehmen?

    Auf www.meineimpfungen.ch lassen sich der Impfausweis und die Liste der eingetragenen Impfungen ausdrucken, falls Sie dort ein Impfdossier führen. Wählen Sie anstelle des Ausdrucks die PDF-Option und laden Sie Ihre Dokumente in myEPD hoch. Der Bund hat ein Austauschformat für das elektronische Impfdossier erlassen und lässt es derzeit testen. In absehbarer Zeit sollte es möglich sein, die Daten aus www.meineimpfungen.ch in automatisierter und einfacher Form auf myEPD zu transferieren und stetig abzugleichen.


  • Ist der Wohnsitz in Sachen myEPD-Eröffnung relevant?

    Ja, nur wer einen Wohnsitz in der Schweiz hat, kann ein myEPD eröffnen. Die Erweiterung auf den Wohnsitz ausserhalb der Schweiz wird derzeit geprüft.


  • Wie funktioniert der Notfallzugriff?

    Bei einem Notfall dürfen Gesundheitsfachpersonen ohne vorgängig zugeteiltes Zugriffsrecht auf Ihr elektronisches Patientendossier zugreifen. Sie werden über jeden Notfallzugriff sofort automatisch benachrichtigt. Geheime Dokumente bleiben unsichtbar.


  • Welche Dokumente kann ich in myEPD hochladen?

    Sie können Dokumente in den folgenden Dateiformaten in myEPD hochladen:

    • Audio: .mp3
    • Bild: .gif, .tif, .tiff, .jpg, jpeg, .jpe, .jfif, .jff, .jif, .jgw, .jpegw, .dicm, .png
    • Video: .mpg, .mpeg
    • Text: .txt, .xml
    • PDF: .pdf

    Weitere Dateiformate

    Weiter Dateiformate, wie bspw. Word-Dokumente, Excel-Tabellen oder PowerPoint-Präsentationen müssen zuerst in ein PDF umgewandelt werden, damit Sie das Dokument in myEPD hochladen können.