Über uns

myEPD ist das erste elektronische Patientendossier, das in der Schweiz eröffnet werden kann. Bitte informieren Sie sich auf unserer Website über das EPD der Nordwestschweiz, wie und wo Sie es eröffnen können und wie es funktioniert. Und vertiefen Sie Ihr Wissen über das Patientendossier allgemein auf der nationalen Website www.patientendossier.ch sowie über den Trägerverein Nordwestschweiz auf www.tv.ehealth-nw.ch.

Das myEPD-Projekt Nordwestschweiz

Das EPD: wie es dazu kam, die Historie

Die Einführung des elektronischen Patientendossiers (EPD) in der Schweiz wurde vom Bund mit seiner eHealth-Strategie aus dem Jahr 2007 in die Wege geleitet. In der Folge gründeten die Kantone zusammen mit dem Bund eHealth Suisse, das nationale Koordinationsorgan für die Umsetzung des EPD. eHealth Suisse hat mit seinen Empfehlungen zu Standards und Architektur die Grundlagen zur praktischen Umsetzung erarbeitet. Basierend auf diesen Empfehlungen hat der Bund im April 2016 das Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier (EPDG) verabschiedet und im April 2017 in Kraft gesetzt. Damit wurde die eHealth-Strategie des Bundes gesetzlich festgeschrieben – und bis auf wenige noch zu regelnde Aspekte war klar, wie das EPD zu funktionieren hatte und bis wann spätestens die Möglichkeit für die Schweizer Bevölkerung bestehen müsste, ein EPD zu eröffnen.

Der Bund verfolgt mit dem EPD das Ziel, Qualität, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit der Gesundheitsversorgung weiter zu verbessern, indem im Bedarfsfall unabhängig von Ort und Zeit behandlungsrelevante Information zur Verfügung steht. Das EPD macht dies möglich, indem es eine Übersicht über erfolgte Behandlungen, Vorerkrankungen, Allergene und Unverträglichkeiten, eingenommene Medikamente, Patientendokumente wie Verfügungen und weitere Angaben bietet.


Das EPD in der Nordwestschweiz: myEPD

In der Nordwestschweiz wurde das Potenzial von eHealth schon früh erkannt. Deshalb gründeten die Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Solothurn mit ihren Leistungserbringern im Januar 2017 den Trägerverein eHealth Nordwestschweiz, welcher sich seither um die Umsetzung von eHealth und im Speziellen das EPD kümmert.

Das EPD enthält besonders schützenswerte Personendaten. Daher ist dessen Einführung nicht ohne eine rechtliche Grundlage möglich. Bevor jedoch erste EPDs auf der rechtlichen Basis des EPDG eröffnet werden können, muss das betreffende EPD-System (also die Stammgemeinschaft) vom Bund zertifiziert werden. Aufgrund der komplexen Anforderungen an Technik, Prozesse und Organisation kann eine solche EPDG-Zertifizierung voraussichtlich nicht vor Ende 2019 abgeschlossen werden.

In der Nordwestschweiz wollte man mit der Umsetzung nicht so lange warten. Deshalb schuf das Gesundheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt eine eigene rechtliche Grundlage. In enger Zusammenarbeit mit dem kantonalen Datenschutzbeauftragten wurde in das basel-städtische Gesetz über die Information und den Datenschutz der Paragraf 9 a eingefügt. Dieser regelt die Voraussetzungen, unter denen im Rahmen von sogenannten Pilotprojekten sensible Personendaten bearbeitet werden können. Auf dieser Basis hat der Regierungsrat von Basel-Stadt die kantonale eHealth-Verordnung in Kraft gesetzt. Diese regelt das konkrete Umsetzungsprojekt myEPD. Im Rahmen von myEPD werden die ersten EPDs im Sommer 2018 eröffnet. Sobald der Bund dafür bereit ist, wird myEPD gemäss dem EPDG zertifiziert und in den Regelbetrieb überführt. Die gesetzliche Basis wird dann das EPDG sein.

Nebst den rechtlichen Voraussetzungen braucht es zur Umsetzung des EPD eine technische Plattform. Diese wird für myEPD von der Swisscom betrieben. Als grosser IT-Konzern bringt die Swisscom die Voraussetzungen mit, ein Projekt dieser Grössenordnung mit der notwendigen Kompetenz und Sicherheit durchführen zu können.


myEPD: die Einführungsphase

Bis zur Zertifizierung der sogenannten Stammgemeinschaft, in der sich Ende 2019 verschiedene Gesundheitseinrichtungen als Anbieter des EPD zusammenschliessen, ist der beim Gesundheitsdepartement Basel-Stadt angesiedelte Trägerverein eHealth Nordwestschweiz Initiator und Verantwortlicher für den Aufbau der vollwertigen Stammgemeinschaft. Der Kanton Basel-Stadt ist Dateneigner und Vertragspartner aller Beteiligten. Damit ist myEPD das erste gesetzeskonforme EPD, das in der Schweiz eröffnet werden kann. In anderen Regionen/Stammgemeinschaften läuft die technische und organisatorische Entwicklung der Voraussetzungen für das Angebot eines EPD parallel.

myEPD startet mit den ersten Eröffnungen am Universitätsspital Basel (USB) im Sommer 2018. Im Verlauf von 2019 werden sich alle Kliniken des USB dem myEPD anschliessen. Bis 2020 werden dann weitere Gesundheitseinrichtungen aus Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Solothurn folgen.

In der Einführungsphase gelten bereits alle rechtlichen und technischen Vorgaben, die später bei der «Zertifizierung» seitens des Bundes geprüft werden.


myEPD: der Regelbetrieb

Ab der offiziellen Zertifizierung durch den Bund Ende 2019/Anfang 2020 geht myEPD in den sogenannten Regelbetrieb über. Bis dahin haben sich alle stationären Gesundheitseinrichtungen dem EPD angeschlossen sowie viele weitere – und dies nicht nur in der Region Nordwestschweiz, sondern schweizweit. Die Gesundheitsversorgung wird damit besser, wirtschaftlicher und sicherer.