Was ist myEPD?

Ärzte arbeiten oft interdisziplinär. myEPD macht dies effizienter.

Die persönliche Dokumentensammlung rund um Ihre Gesundheit – zu jeder Zeit greifbar

myEPD ist das elektronische Patientendossier, das vom Trägerverein eHealth Nordwestschweiz angeboten wird. Diesem sind Gesundheitseinrichtungen der Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Solothurn angeschlossen. Das myEPD-Angebot gilt für alle Patienten, die in den angeschlossenen Einrichtungen behandelt werden.

Das Hauptziel von myEPD ist es, die Qualität und Sicherheit medizinischer Behandlungen zu verbessern und einen schnelleren Zugriff auf Informationen zu ermöglichen. Unter Umständen können Informationen aus dem EPD von vitaler Bedeutung sein – vor allem, wenn Sie in vielen Gesundheitseinrichtungen behandelt werden.

Kontrolle und Zugriff

Bei myEPD – Ihrem persönlichen Patientendossier – handelt es sich um ein virtuelles Dossier, in dem Ihre Gesundheitsdokumente und behandlungsrelevanten Daten digital abgelegt sind. Gesundheitsfachpersonen wie zum Beispiel die Spitalärztin oder der Physiotherapeut legen diese Dokumente im Krankheitsfall ohne Ihre Aufforderung in Ihrem myEPD ab. Sie können aber auch eigene medizinische Dokumente in myEPD speichern.

Die Eröffnung von myEPD für Patientinnen und Patienten ist freiwillig und gehört mit all seinen Inhalten ausschliesslich Ihnen. Selbstverständlich ist das Dossier – genau wie seine Nutzung – gratis. Dies wird auch so bleiben.

Sie haben ausserdem die Kontrolle über myEPD: Sie bestimmen, wer ausser Ihnen auf Ihre Dokumente Zugriff hat. Sie weisen den Dokumenten zudem Vertraulichkeitsstufen zu. Und Sie bestimmen, wie lange welche Dokumente in myEPD aufgeführt sind. Sie können im EPD abgelegte Dokumente jederzeit wieder löschen.

Datenschutz und Sicherheit

Gesundheitsdaten sind besonders schützenswert. myEPD-Nutzerinnen und -Nutzer profitieren von höchsten gesetzlichen Vorschriften.

Der Datenschutz und die Datensicherheit sind bei myEPD von zentraler Bedeutung. Bei myEPD werden dabei die strengen Datenschutzgesetze und das Bundesgesetz zum EPD eingehalten. Letzteres schreibt genau vor, wie das EPD organisiert und technisch abgesichert sein muss.

Die Patienten-Identifikationsnummer

Jede Person, die myEPD eröffnet, erhält eine persönliche Patienten-Identifikationsnummer. Diese Nummer wird vom Bund neu geschaffen und Ihnen bei der myEPD-Eröffnung zugeteilt. So werden Sie sicher identifiziert, und es kann keine Verwechslung bei der medizinischen Behandlung geben. Diese Nummer sorgt auch dafür, dass schweizweit nur ein Dossier pro Patient und Patientin eröffnet werden kann.


Sichere Identifikation

Für die Nutzerinnen und Nutzer von myEPD und die zugelassenen Gesundheitsfachpersonen gelten erhöhte Zugangsanforderungen, vergleichbar mit dem E-Banking. Neben dem Passwort ist ein zusätzlicher Zugangscode (aktuell via SMS auf Ihr Mobiltelefon) nötig. Der Zugriff von Unbefugten wird damit ausgeschlossen.


Ihr persönlicher Beitrag zur Sicherheit

Mit einigen wenigen Massnahmen können Sie selbst zu einem noch höheren Sicherheitsstandard beitragen. Halten Sie die Zugangsinformationen für myEPD geheim und geben Sie diese nicht weiter. Ausserdem sollten Sie nie Anhänge in E-Mails von unbekannten Absendern öffnen.


Zertifizierung

Jeder EPD-Anbieter wird umfassend geprüft, zertifiziert und regelmässig kontrolliert. Damit wird sichergestellt, dass Ihre Dokumente im EPD geschützt und sicher abgelegt sind. Zertifizierte EPD-Anbieter dürfen das offizielle EPD-Logo benutzen. Damit wird erkennbar, dass es sich um einen vertrauenswürdigen Anbieter handelt, der alle Vorgaben des Bundes zum EPD einhält. Diese Zertifizierung erfolgt schweizweit erst ab Ende 2019. myEPD in der Nordwestschweiz setzt aber vom ersten Tag an die noch strengeren kantonalen Datenschutzbestimmungen um und entspricht damit den Zertifizierungsvorgaben der nationalen Gesetzgebung über das elektronische Patientendossier (EPDG).

Ihre Vorteile:

1. Mehr Transparenz

Die zentral gespeicherten Gesundheitsunterlagen sorgen generell für mehr Transparenz in der Behandlung – alle involvierten Gesundheitsfachpersonen sind auf dem aktuellen Stand und haben die wichtigen Patientendokumente zur medizinischen Behandlung und zu pflegerischen Massnahmen jederzeit zur Verfügung.


2. Höhere Gesundheitskompetenz

Mit dem Überblick über Ihre Gesundheitsinformationen können Sie als Patientin oder Patient aktiver am Behandlungsprozess teilnehmen. Dies fördert die Gesundheitskompetenz. Mit der Vergabe von Zugriffsrechten in myEPD übernehmen Sie eine wichtige Verantwortung. Sie entscheiden während einer Behandlung, wem Sie welche Information zur Verfügung stellen.


3. Ortsunabhängige Information – jederzeit!

Bisher erhielten Sie nur Einblick in ein medizinisches Dokument, wenn Sie ausdrücklich bei Ihrer Gesundheitsfachperson danach fragten. In myEPD ist das anders: Ob zu Hause am Computer, unterwegs auf dem Handy oder im Ausland auf Ihrem Tablet – myEPD ist für Sie immer und überall verfügbar, wo Sie sich in das Internet einloggen können. So haben Sie Ihre wichtigen Gesundheitsdokumente stets dabei und sind für alle Fälle bestens gerüstet.


4. Schneller Zugriff im Notfall

Bei einem medizinischen Notfall können Sie bewusstlos oder nicht ansprechbar sein. Aber genau in diesem Moment können die wichtigen Informationen in Ihrem myEPD sehr hilfreich sein. Bei einem
Notfall dürfen deshalb auch Gesundheitsfachpersonen ohne Zugriffsrecht auf Ihr elektronisches Patientendossier zugreifen. (Damit Sie die Kontrolle behalten, wird dieser Zugriff dokumentiert.)
Die Fachpersonen sehen in diesem Fall die normal zugänglichen Dokumente. Als Patient können Sie die Einstellung aber so anpassen, dass im Notfall auch die eingeschränkt zugänglichen Dokumente einsehbar sind. Geheime Dokumente bleiben unsichtbar. Oder Sie können den Notfallzugriff auch grundsätzlich ausschliessen.


5. Bessere Behandlungsqualität und höhere Patientensicherheit

Wenn Gesundheitsfachpersonen einen einfachen Zugriff auf behandlungsrelevante Dokumente haben, kommen sie rascher zu den wichtigen Informationen. Die Koordination der Behandlung wird effizienter, und die einzelnen Prozesse laufen noch gezielter ab. Auch unnötige oder doppelte Behandlungen können dank myEPD vermieden werden – die Qualität und Patientensicherheit steigen so deutlich.